Was ist Silizium?
Silizium ist das dritthäufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Es findet sich vor allem in Geweben, die eine hohe Festigkeit und Elastizität erfordern, wie beispielsweise Aorta, Luftröhre, Sehnen, Knochen und Haut. In der Natur kommt es selten in freier Form vor; üblicherweise verbindet es sich mit Sauerstoff zu Siliziumdioxid.
Für den Menschen ist die bioverfügbare Form, die Orthokieselsäure, am relevantesten. Diese Form ist wasserlöslich und kann vom Körper direkt über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden.
Die Rolle von Silizium in biologischen Prozessen
Die Funktionen von Silizium sind vielseitig und tief in unserer Physiologie verwurzelt. Es fungiert als eine Art „biologischer Klebstoff“, der Strukturen zusammenhält.
1. Unterstützt die Kollagenbildung
Eine der wichtigsten Funktionen von Silizium ist seine Beteiligung an der Kollagensynthese. Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein in unserem Körper und verantwortlich für die Festigkeit unserer Haut und die Beweglichkeit unserer Gelenke. Silizium spielt eine Rolle bei der Aktivierung von Enzymen, die an der Bildung der Kollagenmatrix beteiligt sind. Diese ist essenziell für die Elastizität und Regeneration des Gewebes.
2. Knochenmineralisierung und Bindegewebe
In den Knochen wirkt Silizium eng mit Kalzium zusammen. Während Kalzium für Härte sorgt, trägt Silizium zur Flexibilität und zu den frühen Stadien der Knochenbildung bei. Es stimuliert die für die Knochengewebsbildung verantwortlichen Zellen (Osteoblasten) und unterstützt die Mineralisierung der Knochenmatrix. Dies trägt zur Erhaltung starker Knochen und gesunden Knorpels bei.
3. Schutz der Blutgefäße
Die Wände großer Blutgefäße, wie beispielsweise der Aorta, enthalten hohe Konzentrationen an Silizium. Dieses trägt zur Stabilität der Elastinfasern bei. Mit zunehmendem Alter nimmt die Siliziumkonzentration in den Blutgefäßwänden häufig ab, was die natürliche Elastizität der Gefäße beeinträchtigen kann.
Absorption und Bioverfügbarkeit
Nicht alle Siliziumformen werden gleich gut aufgenommen. Die Absorptionskapazität (Bioverfügbarkeit) variiert je nach Quelle erheblich:
-
Orthokieselsäure (OSA): Dies ist die am besten resorbierbare Form. Sie kommt natürlicherweise in Trinkwasser und bestimmten Getränken wie Bier vor.
-
Nahrungsquellen: Vollkornprodukte (insbesondere Hafer und Hirse), Gemüse (wie grüne Bohnen) und Obst (wie Bananen) enthalten Silizium. Allerdings ist das Silizium in Pflanzen oft an Ballaststoffe gebunden, wodurch es für den Körper schwerer freizusetzen ist.
-
Nahrungsergänzungsmittel: Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die chemische Form entscheidend. Stabilisierte Orthokieselsäure oder organische Formen wie Monomethylsilantriol (MMST) weisen eine höhere Absorptionsrate auf als einfaches Siliciumdioxid (Sandform).
Warum sich Bedürfnisse im Alter verändern
Der Gesamtgehalt an Silizium im Körper nimmt mit zunehmendem Alter ab. Dieser Prozess beginnt bereits in jungen Jahren. Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen, wie beispielsweise die Menopause, den Siliziumstoffwechsel beeinträchtigen. Da sich auch die natürliche Kollagensynthese mit dem Alter verlangsamt, wird die Zufuhr von Nährstoffen wie Silizium für den Erhalt der Gewebestruktur immer wichtiger.
Merkmale eines reduzierten Siliziumzustands
Obwohl ein offizieller Mangel bei abwechslungsreicher Ernährung selten ist, können bestimmte äußere Anzeichen auf einen niedrigeren Status dieses Minerals hinweisen:
- Spröde Nägel, die schnell splittern.
- Glanzloses Haar, das seine Sprungkraft verliert.
- Eine trockenere Haut mit verminderter Elastizität.
- Empfindliche Gelenke und weniger flexibles Bindegewebe.
Zusammenfassung
Silizium ist weit mehr als ein einfaches, in der Natur vorkommendes Mineral; es ist ein grundlegender Baustein für die menschliche Gesundheit. Seine Rolle bei der Kollagensynthese und der Knochenmineralisierung macht es zu einem essenziellen Element für alle, die ihre lebenswichtigen Körperstrukturen erhalten wollen – von der tiefsten Knochenmatrix bis hin zu den äußeren Hautschichten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Silizium bei langfristiger Anwendung unbedenklich? Ja, Silizium gilt bei Einnahme der empfohlenen Dosen als sicher. Der Körper scheidet überschüssiges Silizium sehr effizient über die Nieren aus.
Was ist der Unterschied zwischen Siliciumdioxid und Siliciumdioxid? Silicium ist das reine Element, während Siliciumdioxid die Verbindung aus Silicium und Sauerstoff ist. Im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln werden die Begriffe oft synonym verwendet, beziehen sich aber immer auf die bioverfügbare Form von Silicium.
Kann ich ausreichend Silizium über meine Ernährung aufnehmen? Obwohl Silizium in vielen Lebensmitteln vorkommt, ist die Aufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln oft begrenzt. Eine Ernährung mit viel Vollkornprodukten und ballaststoffreichem Gemüse trägt zur Versorgung bei. Benötigt man jedoch mehr, kann ein gezieltes Nahrungsergänzungsmittel helfen.